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Pfanne neu beschichten

Beschichtete Pfannen haben viele Vorteile: Sie lassen sich gut reinigen und verhindern das Anhängen der darin zubereiteten Speisen. Doch aufgrund von Überhitzung oder mechanischer Beschädigung löst sich früher oder später die obere Schicht. Du musst die Pfanne aber nicht gleich entsorgen, denn sie kann einfach neu beschichtet werden! Wähle hier zwischen Teflon oder Keramik und verschiedenen Anbietern.
Besonderheiten
  • Beschädigung der Pfanne durch Überhitzung
  • Reparatur oder Erneuerung?
  • Voraussetzungen für die Neubeschichtung
  • Anbieter und Preise
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Pfannen lassen sich mit verschiedenen Mitteln neu beschichten, wobei Keramik und Teflon meist die Mittel der Wahl sind.
  • Das Gleiche funktioniert bei Töpfen und Backblechen. Das Kochgeschirr wird damit wie neu.
  • Langzeiterfahrungen zeigen, dass die Neubeschichtung ebenso lange hält wie das Original, sofern auf hochwertige Pfannen gesetzt wird.

Hilfe, die Pfanne ist kaputt!

Du hast sie gut behandelt, bist immer vorsichtig mit ihr gewesen und nun das: Der Lack ist runter und Kratzer an der Oberfläche zerstören die gute Beziehung. Die Rede ist hier natürlich von der beschichteten Pfanne, die früher oder später trotz vorsichtiger Behandlung Beschädigungen zeigt. Der Grund: Teflon ist nur für die Erhitzung bis maximal 230 °C geeignet, wird die Pfanne weiter erhitzt, zeigen sich Verfärbungen und es kommt zum regelrechten Abblättern. Werden Speisen erhitzt, passiert so etwas höchst selten, denn hier werden keine derart hohen Temperaturen erreicht. Doch schon das Erhitzen der leeren Pfanne für länger als drei Minuten (oder maximal eine Minute beim Induktionsherd) führt zu einem Defekt in der Oberfläche.

Selbst wenn du sehr vorsichtig bist und lediglich Holzbesteck zum Wenden des Gargutes verwendest, können kleine Kratzer entstehen. Nach häufiger Nutzung wird auch die sorgfältig behandelte Pfanne nicht mehr wie neu aussehen! Verschluckte Teflon-Teilchen sind angeblich ungiftig und verlassen den Körper auf natürlichem Weg. Trotzdem können doch bei entsprechender Hitze Dämpfe entstehen, die gesundheitsgefährdend sind. Es gibt dazu eine Studie (Italien, 2018, „“Endocrine disruption of androgenic activity by perfluoroalkyl substances: clinical and experimental evidence““), die sich generell auf Teflon bezieht und eindrucksvoll darüber berichtet, wie schädigend es vor allem auf Männer wirken kann. Schon beim kleinsten Kratzer solltest du also handeln. Der folgende Ratgeber zeigt, welche Möglichkeiten du dabei hast, um nicht komplett neues Kochgeschirr kaufen zu müssen.

Reparieren oder erneuern lassen?

Häufig ist von einer Reparatur die Rede, die laut Aussage der Anbieter von Neubeschichtungen aber nicht möglich ist! Es handelt sich immer um eine komplette Erneuerung, da die defekte Schicht zunächst abgetragen werden muss. Verschiedene Firmen sind mittlerweile auf dem Markt zu finden, wobei die Firma ITN aus Neunkirchen immer noch als Vorreiter gilt. Sie hat diesen Service schon vor etwa 25 Jahren angeboten.

Bei einer solchen Neubeschichtung muss niemand Angst um seine Gesundheit haben, denn die verwendeten Materialien sind die gleichen, die auch bei der Erstbeschichtung zum Einsatz kamen. Das wiederum heißt: es handelt sich um zugelassene Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln. Sie sind ungiftig und halten die gleichen Temperaturen aus wie das Original. Die Anbieter gehen alle ähnlich vor:

  • Entgegennahme der angelieferten Pfannen
  • gründliche Reinigung und Anwendung thermischer Verfahren zur Säuberung
  • Strahlen der Innenflächen und des Bodens
  • Auftragen des Materials im Mehrschichtsystem
  • Sintern der neuen Beschichtung
  • Polieren
  • Nachnieten von Griffen aus Metall
  • Verpacken und Auslieferung an den Kunden

Voraussetzungen für die Neubeschichtung

Ganz wichtig: Alle Anbieter verlangen, dass die Stiele abgeschraubt werden. Das Verfahren kann sonst nicht durchgeführt werden. Das heißt aber auch: Kochgeschirr mit festen Stielen aus Kunststoff können nicht neu beschichtet werden. Wer das Abschrauben als Kunde versäumt, muss dies in der Regel bezahlen, wofür teilweise bis zu drei Euro pro Stiel berechnet werden. Griffe aus Metall hingegen sind meist vernietet und dürfen am Kochgeschirr verbleiben. Das Problem bei Griffen aus Kunststoff ist nur, dass diese die thermische Behandlung nicht überstehen und schmelzen oder zumindest beschädigt werden würden.

Die Pfanne muss sich in einem fettfreien und vorgereinigten Zustand befinden. Verschmutztes Kochgeschirr wird nicht behandelt! Um die Fettfreiheit und Sauberkeit bis aufs i-Tüpfelchen zu garantieren, wird das Abstrahlen vorgenommen. Damit werden auch feinste Partikel entfernt, gleichzeitig wird das Geschirr aufgeraut. Nach dem Abstrahlen ähneln die Produkte üblichen Rohlingen und sind nicht mehr von diesen zu unterscheiden.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass es sich um eine hochwertige, nicht verzogene Pfanne handelt. Ein völlig unförmiges Modell lässt sich nicht beschichten, das Geschirr muss rund oder viereckig sein. Daher ist es auch schwierig, Sonderformen zu behandeln. Die hochwertige Verarbeitung spielt nur insofern eine Rolle, als dass das Geschirr einer hohen Belastung durch die thermische Behandlung, durch das Strahlen und Abschleifen ausgesetzt ist. Minderwertige Materialien halten dies vielleicht beim ersten Mal aus, bei jedem weiteren Vorgang verstärken sich aber Materialschwächen. Außerdem ist es schlichtweg nicht lohnend, eine minderwertige Pfanne neu zu beschichten. Der Neukauf ist in dem Fall günstiger!

Ist jede Beschichtung möglich?

Grundsätzlich kann jedes Kochgeschirr in gängiger Form und aus üblichen Materialien beschichtet werden. Es ist also zum Beispiel bei Aluminium- oder Eisenpfannen, Brätern aus Kupfer oder Backblechen aus Stahl möglich. Fraglich ist lediglich, ob es immer Sinn macht! Eine gute Pfanne aus Eisen hält ein Leben lang, wenn sie entsprechend gepflegt wird. Sie muss noch nicht einmal gespült werden. Grobe Verschmutzungen werden abgewischt, danach wird sie mit Öl eingerieben. Das stellt eine Art natürliches Antihaftmittel dar. Profi-Köche schwören auf Eisenpfannen und sind der Meinung, dass beschichtete Modelle lediglich für besonders empfindliche Speisen wie Fisch genutzt werden sollten. In diesem Video zeigt sich deutlich, wie gut es sich mit Eisenpfannen kochen und braten lässt:

Teilweise wird empfohlen, die Aufbereitung alter Pfannen doch einfach mit Teflonspray vorzunehmen, was selbst sehr kostengünstig möglich ist. Spray im Baumarkt kaufen, aufsprühen – fertig. Angeblich lassen sich damit Kratzer ausbessern und das Teflon würde wieder den gewohnten Dienst übernehmen. Doch wer seine Gesundheit dabei nicht völlig außer Acht lässt, wird diese Vorgehensweise eher nicht wählen! Spray haftet niemals so gut und löst sich schneller. Es ist auch weniger temperaturbeständig, die giftigen Dämpfe gelangen dann über die zubereiteten Speisen ins Essen. Daher die wichtige Empfehlung: Finger weg vom Teflonspray und lieber die wenigen Euro (eine Neubeschichtung kostet nur zwischen 11 und 17 Euro pro Stück!) investieren, um eine fast nagelneue Pfanne zu bekommen.

Umgangssprachlich wird gern behauptet, dass die Antihaftbeschichtung mit der Teflonbeschichtung gleichzusetzen wäre. Doch dem ist nicht so! Teflon ist eine Marke der Firma Dupont und hat sich als Synonym für Antihaftpfannen eingeprägt. Das ist vergleichbar mit den Tempo-Taschentüchern, bei denen der Name „Tempo“ stellvertretend für alle Taschentücher aus Papier verwendet wird.

Wirkliche Teflonbeschichtungen zählen zu den Fluorpolymerbeschichtungen. Dazu kommen aber auch Beschichtungen aus Keramik, die ebenfalls den Antihafteffekt mitbringen, die aber deutlich temperaturbeständiger sind. Sogar bis zu 450 °C halten sie aus. Es ist nun an der Zeit für einen kurzen Überblick der verschiedenen Arten:

Beschichtung Beschreibung
Polymere Kombinationsbeschichtungen Diese werden unter verschiedenen Namen von unterschiedlichen Herstellern angeboten und basieren auf dem Einsatz von Polyaryletherketonen, zu denen PEKK, PEK und PEEK zählen. Die Temperaturbeständigkeit dieser Beschichtungen ist mit bis zu 350 °C sehr hoch und ausreichend für die tägliche Anwendung in der Küche.
PTFE PTFE steht für Polytetrafluorethylen und das Material wird für die typischen Teflon-Pfannen verwendet. Bei Überhitzung können allerdings schädliche Dämpfe austreten, die gesundheitsschädigend sind und sogar als krebserregend gelten.
Titan Titan ist kein eigenes Material, wenn es bei der Beschichtung von Pfannen zum Einsatz kommt. Vielmehr wird damit ein Aluminium-Titan-Mischoxid bezeichnet, bei dem PTFE in Kombination mit einer keramischen Schicht verwendet wird. Die Zwischenschicht sorgt dafür, dass die Pfannen besonders kratzfest werden. Wird das Fleisch munter mit der Gabel vom Boden gekratzt, zeigen sich aber auch bei der Titan-Pfanne rasch die ersten Schäden. Außerdem können Schäden an der Oberfläche schon ab einer Temperatur von 260 °C auftreten, was beim scharfen Anbraten von Steaks sehr rasch passiert.
Keramische Antihaftbeschichtungen Durch die Verwendung von keramischen Bestandteilen wird ein sehr guter Antihaft-Effekt erzielt, Risse im Material kommen seltener vor. Die Temperaturbeständigkeit wird mit bis zu 450 °C angegeben.
Siliziumdioxid Siliziumdioxid bildet die Basis für diese Beschichtung, die sich als sehr kratzfest erweist und auch bei hohen Temperaturen keine Schäden aufweist. Bis zu 400 °C sind hier möglich.
BIOTAN BIOTAN-Beschichtungen der Firma Gastrolux sind äußerst hitzebeständig und robust, dabei PTFE-arm und frei von PFOA. Außerdem ist Titan enthalten, was für die Langlebigkeit sorgt und von Profiköchen geschätzt wird.
DLC DLC ist ein diamantartiger Kohlenstoff, der zur Beschichtung von Pfannen und Kochgeschirr eingesetzt wird. Diese Beschichtungen sind deutlich robuster als PTFE-Beschichtungen, gleichzeitig ist die Temperaturbeständigkeit viel höher. Die Hitzebeständigkeit wird mit bis zu 300 °C angegeben.
Emaille Emaille-Pfannen und Kochtöpfe mit dieser Beschichtung hatten schon unsere Großeltern und sie haben darauf geschworen, dass hier kaum etwas anhängt. Macht es bei nicht häufigem Umrühren oder Wenden aber doch, wobei die Reste nach ausreichender Zeit des Einweichens wieder ablösbar sind. Die Emaille-Beschichtung nutzt Silicium als Hauptbestandteil. Vorsicht ist im Umgang geboten, denn Emaille kann durch Gegenschlagen oder ein Herunterfallen des Kochgeschirrs einfach abplatzen. An dieser Stelle ist der Topf oder die Pfanne dann ungeschützt und kann sogar Rost ansetzen.

Die Vorteile – kostengünstig und umweltschonend

Angesichts aktueller Debatten rund um den Umweltschutz ist der wohl wichtigste Vorteil augenscheinlich: Wird eine alte Pfanne nicht weggeworfen, erzeugt das weniger Müll. Dass die Reparatur bzw. die Neubeschichtung nötig ist, steht außer Frage, doch ein Neukauf wird damit vermieden. Auch die folgenden Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen:

Preisgünstige Alternative

Eine hochwertige Pfanne kann zwischen 50 und 80 Euro kosten, wobei der Anschaffungspreis natürlich auch davon abhängig ist, wie groß das Modell ist und wo bzw. wann es gekauft wird. Dem gegenüber stehen die Kosten für eine neue Beschichtung, die je nach Anbieter zwischen 11 und 17 Euro kostet. Eventuell kommen noch Versandkosten hinzu, teilweise noch drei Euro für den Griff, der nicht abgeschraubt worden ist. Alles in allem ist das Verfahren aber wesentlich günstiger als der Neukauf. Die Lebensdauer wird quasi verdoppelt, denn die neue Schicht hält ebenso lange wie die ursprüngliche.

Auch für Edelstahl oder Gusseisen geeignet

Durch die Neubeschichtung ist es nicht nur möglich, eine verkratzte Pfanne zu ersetzen. Auch anderes Kochgeschirr kann den Antihaft-Effekt erhalten. Modelle aus Edelstahl oder Gusseisen, die bisher ohne Beschichtung auskommen mussten, können damit aufgewertet werden. Sicherheitshalber fragst du vorher bei dem gewählten Anbieter nach, ob deine Produkte geeignet sind. Damit vermeidest du unnötige Transportkosten.

Immer wieder anwendbar

Die gewählte Pfanne ist nach einigen Jahren vielleicht wieder reparaturbedürftig. Das ist kein Problem, denn das neue Beschichten kann unbegrenzt häufig wiederholt werden. Jedes Mal wird die alte Schicht entfernt. Die Arbeitsschritte sind damit immer ähnlich und bestehen aus der Reinigung, der thermischen Vorbehandlung, dem Strahlen, dem neuen Beschichten sowie dem abschließenden Polieren. Im Prinzip kannst du damit eine Pfanne kaufen und sie immer wieder aufarbeiten lassen, sodass sie zu einem Lebensbegleiter für dich wird. Der Neukauf ist damit nie wieder nötig, solange das material selbst nicht verbogen oder verbeult ist und solange keine weiteren Beschädigungen aufgetreten sind.

Neue Beschichtungsarten möglich

Es kann auch eine neue Beschichtungsart ausprobiert werden. Manche Verfahren werden nur durch bestimmte Firmen angeboten, eventuell wird statt der Teflon-Beschichtung auf eine DLC-Beschichtung gesetzt. Dadurch, dass die Reste der alten Beschichtung völlig entfernt werden, ist die Wahl von anderen Materialien kein Problem.

Gesundes Kochen für kleines Geld

Viele Hobbyköche schauen beim Kauf der neuen Pfanne zuerst auf das Geld. Sie soll 70 Euro kosten? Schnell wird zur günstigen Variante gegriffen, die schon für 10 Euro erhältlich ist. Dabei lässt du aber vielleicht außer Acht, dass dieses Modell nicht neu beschichtet werden kann und eine sehr geringe Lebensdauer aufweist. Du wirst schon bald eine neue kaufen müssen! Wer gesund kochen will, muss auf intaktes Kochgeschirr achten und sollte auch keine Antihaft-Pfannen verwenden, deren Oberfläche zerkratzt oder anderweitig beschädigt ist. Das wiederum bedeutet, dass schon bei kleinen Makeln ein neues Modell her muss. Willst du das umgehen, lässt du neu beschichten (wenn es sich um ein hochwertiges Modell handelt) und kochst damit immer gesund und ohne krebserregende Stoffe im Essen.

Gibt es Nachteile?

Weder spontan noch nach reiflicher Überlegung lassen sich ehrliche Nachteile einer neuen Beschichtung finden. Die oben genannten Vorteile zeigen deutlich, dass solche verfahren die deutlich bessere Alternative gegenüber dem Neukauf sind. Günstiger, umweltfreundlicher und bis auf das Abschrauben der Stiele und das Verpacken zum Versand ohne Aufwand – was will man mehr? Lediglich einfacher und zeitlich schneller wäre der Neukauf, denn hier entfallen das Einpacken und das Aufpolstern des Päckchens für einen schadfreien Versand. Das Anschrauben der Stiele kann aber teilweise sogar bei Neulieferungen nötig sein.

Ein Nachteil wird von einigen Anbietern allerdings selbst benannt: Es gibt keine Garantie auf die neue Beschichtung. Bei einem Neukauf hingegen greift die gesetzliche Garantie, die auch durch den Hersteller nicht umgangen werden kann. Pfannen, die neu beschichtet wurden, verlieren die herstellerseitige Garantie (sollte diese aufgrund eines erst kürzlich erfolgten Kaufs noch nicht abgelaufen sein) und bekommen keine Garantie auf die neue Beschichtung. Doch wer nimmt schon eine solche Garantie wahr? Nur die wenigsten kommen auf die Idee, sich bei einem zerkratzten Pfannenboden an den Hersteller zu wenden und darauf zu beharren, dass sie ausgetauscht wird. Meist wird in solchen Fällen nämlich entgegnet, dass der Artikel nicht ordnungsgemäß verwendet worden ist. Die Beweislast dafür liegt aber ein halbes Jahr nach dem Kauf bei dir! Das heißt, dass du den Qualitätsfehler nachweisen musst. Sie hat immerhin trotz einer sorgfältigen Behandlung Kratzer bekommen! Die meisten Hersteller finden Wege, sich aus dieser Garantie zu winden, nur wenige sind so kundenfreundlich, dass sie den Austausch problemlos vornehmen. Ist das der Fall, solltest du das Angebot zum Tausch natürlich wahrnehmen. Wenn nicht, ist die Neubeschichtung eine sehr gute Möglichkeit, um an eine intakte Pfanne zu kommen.

Fazit
Es gibt nur wenig zu meckern und die neue Beschichtung sollte dem Neukauf in jedem Fall vorgezogen werden. Angesichts der doch eindeutig überwiegenden Vorteile ist der Nachteil der nicht mehr vorhandenen Garantie gering, zumal sich die Hersteller ohnehin aus dieser Garantie herausreden.

Die wichtigsten Anbieter – bringen viel Erfahrung mit

Die nachfolgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sie ist eher beispielhaft zu sehen. Die Anzahl der Anbieter, die beschichtete Pfannen mit einer neuen Beschichtung „retten“, nimmt immer mehr zu und aus dem anfänglich nur einen Anbieter, der vor 25 Jahren den Markt betrat (ITN), sind inzwischen einige mehr geworden:

Anbieter Adresse Besonderheiten
ITN Antihaftbeschichtungen Sand & Stein OHG
Untere Bliesstraße 9
66539 NeunkirchenTelefon: 06821 9145640E-Mail: info@itn-antihaftbeschichtungen.de
  • Verschiedene Beschichtungsarten möglich
  • Made in Germany
  • Beschichtung im Mehrschichtsystem
Lotte Weber Hohlohstr. 15
76189 Karlsruhe
Deutschland
Telefon: 0721 577190
E-Mail: info@lotteweber-grillpfanne.de
  • Keramikbeschichtung mit hoher Hitzebeständigkeit (bis 400 °C)
  • PTFEund PFOA-frei
  • auch für Induktionsgeschirr
BAF BAF – Industrie- und Oberflächentechnik GmbH
Umpfenstraße 18
36452 Kaltennordheim Stadtteil Fischbach, RhönTelefon: 036966 780 Mail: info@baf-fischbach.de
  • BAF-microCERAMIC Innenversiegelung
  • hohe Hitzebeständigkeit
  • Beschichtung der Pfannen wie im Original möglich
Hoffmann lifehack GmbH
Bassestr. 12
58638 Iserlohn
Deutschland
Telefon: 02371 6699628
E-Mail: info@hoffmann-germany.de
  • Made in Germany
  • 100 % PFOA-frei
  • Lebensmittelecht
  • Temperaturbeständig bis 425 °C
Gastrolux Max-Planck-Ring 33

65205 Wiesbaden-Delkenheim

Telefon: 06122 51001

E-Mail: info@gastrolux.de

  • Beschichtung mit BIOTAN
  • besonders fettarmes Kochen möglich

Nicht alle Hersteller bieten den gleichen Service an. So zum Beispiel die Marke Woll. Sie wirbt damit, die modernste Beschichtungsanlage in Europa zu haben und gibt bis zu 25 Jahre Garantie auf die Pfannen (aber nur zwei auf die Beschichtung!). Die genaue Dauer der Garantie ist bei Woll modellabhängig. Dennoch: Das Einsenden und Neubeschichten wird zumindest auf der Internetseite nicht angeboten. Eventuell lohnt sich die Nachfrage, wenn ein Modell direkt herstellerseitig wieder aufgearbeitet werden soll. Ansonsten sind auch andere Firmen wie die oben genannte ITN Antihaftbeschichtungen gute Ansprechpartner. Sie haben ihr Angebot nicht auf bestimmte Marken begrenzt, und da es auf veränderte Produkte ohnehin keine Garantie mehr gibt, lohnt sich die Anfrage dort allemal.

In jedem Fall lohnt sich auch der Preisvergleich, vor allem dann, wenn du gleich mehrere Pfannen neu beschichten lassen willst. Du solltest in diesem Fall Kontakt mit dem Kundenservice aufnehmen und dir ein konkretes Angebot erstellen lassen. Schickst du mehrere Produkte ein, kann es für dich günstiger werden. Frage dabei auch nach den Versandkosten. Übernimmt der Anbieter den Rückversand? Die niedrigsten Preise liegen bei ca. elf Euro pro Pfanne, wobei hier die Versandkosten noch nicht inkludiert sind. Andere Anbieter geben als durchschnittliche Preise rund 20 Euro an. Mit allen Angeboten liegst du für die Beschichtung aber günstiger als bei einem Neukauf!

Welche Pfannen können nicht neu beschichtet werden?

Auf der einen Seite sollte vor der Entscheidung über eine mögliche neue Beschichtung eine Betrachtung des Wertes stehen. Wenn dieser eher minderwertig ist und vielleicht im Niedrigpreissegment als Aluminiumpfanne gehandelt worden ist, lohnt sich das Aufarbeiten meist nicht. Es ist dann sinnvoller, in ein richtig gutes Produkt zu investieren und diese beim nächsten Fall, wenn die Beschichtung erneuert werden muss, an den entsprechenden Anbieter oder direkt an den Hersteller zu senden. Das heißt nicht, dass günstige Pfannen nicht beschichtet werden können, es lohnt sich nur nicht und wäre wirtschaftlich gesehen gelinde gesagt Quatsch.

Pfannen, die durch Herunterfallen oder zu große Hitzeeinwirkung verbogen und deformiert sind, können ebenfalls nicht aufgearbeitet werden. Sie passen sich nicht in die Systeme ein, die auf feste Formen eingestellt sind. Immerhin werden Maschinen und Geräte nicht individuell auf bestimmte Formen, sondern nur auf die Großen eingestellt. Somit ein verbogener Boden leider den letzten Weg in Richtung Mülltonne antreten. Ein Ausbeulen ist in der Regel nicht möglich, denn wenn ein Aluminiumboden vorhanden ist, lässt sich dieser nicht wieder plan ausrichten. Auch hierbei gilt wieder: Der Aufwand wäre zu groß! Ein Tipp für den Neukauf: Besser auf einen sehr dicken Boden setzen. Dieser nimmt die Wärme der Herdplatte besser auf und speichert diese sehr gut, außerdem ist er weniger anfällig für Deformierungen. Manche Hersteller bieten Pfannenmodelle mit bis zu ein Zentimeter dicken Böden an!

Sind die Stiele aus Kunststoff, müssen diese abgeschraubt werden. Andernfalls würden sie schmelzen, denn das Verfahren zur Neubeschichtung setzt auf hohe Temperaturen. Die Schicht wird quasi eingebrannt, was kein Kunststoff überstehen könnte. Daher ist die wichtigste Voraussetzung für diese Arbeit, dass die Stiele abgeschraubt wurden. Anders sieht es mit Griffen aus, die aus Metall hergestellt und vernietet worden sind. Sie dürfen an der Pfanne verbleiben und stören beim Beschichtungsprozess nicht. Sollten sie sich durch die Behandlung gelockert haben, werden die Griffe neu vernietet. Im Prinzip bekommst du damit ein neues Modell zurück, das sich nicht nur durch eine intakte Oberfläche, sondern auch durch einen festen Griff auszeichnet.

Nicht alle Anbieter verarbeiten Induktionsgeschirr. Die meisten meinen zwar, dass sich die Induktionspfannen nach der Aufarbeitung wie immer benutzen ließen, einige wenige jedoch lehnen die Neubeschichtung von vornherein ab. Hier lohnt sich die vorherige Nachfrage. Denn das kann im Ernstfall das Porto sparen, das auch seitens des Anbieters für die Rücksendung berechnet wird, selbst wenn das eingesandte Modell nicht neu beschichtet werden kann!

Verschmutzte Oberflächen werden natürlich nicht bearbeitet und auf deine Kosten zurückgesandt. Es versteht sich von selbst, dass eine Pfanne ausreichend gesäubert sein sollte, ehe sie zum verschickt wird! Niemand dort möchte sehen, was zuletzt gebraten wurde. Daher gilt: Reinige mit einem Spülmittel und befreie alles von Fett und Essensrückständen. Du musst sie nicht bis ins kleinste Detail blitzblank putzen, denn die letzten Fettreste und Partikel werden später beim Strahlen und durch die thermische Behandlung entfernt. Doch es ist eine Sache der Höflichkeit und der Hygiene, eine saubere Pfanne einzusenden. Vergiss dabei bitte auch nicht, den Griff abzuschrauben!

Erfahrungen mit Neubeschichtungen

Leider finden sich im Internet keine Testberichte einschlägiger Organisationen. Getestet werden in der Regel lediglich neue Pfannen und ihre Beschichtung, diesbezüglich sind verschiedene Empfehlungen verwertbar. So hat zuletzt auch Stiftung Warentest verschiedene Artikel getestet bzw. sich an einen Test der Schweizer Kollegen gehängt und festgestellt, dass die Spannweite der Kaufpreise zum einen recht weit ist und bei den getesteten Modellen zwischen 30 und 120 Euro rangiert. Zum anderen sind gute Pfannen von Tefal, Silit oder WMF erhältlich sind, alles Markennamen, die überall zu finden und darüber hinaus durchaus bezahlbar sind. Sie stehen für eine gute Qualität, die zumindest für Hobbyköche und Familien ausreichend ist. Ob es sich dabei nun wirklich um Profi-Qualität handelt, sei einmal dahingestellt, zumal viele Profis eher auf Eisenpfannen und gusseiserne Modelle setzen.

Anders sieht es mit den Erfahrungen zu neuen Beschichtungen der Pfannen aus. Auch wenn viele Nutzer davon sprechen, dass ihnen die Langzeiterfahrungen noch fehlen würden, so gehen doch auch diejenigen davon aus, dass sie mit dem Verfahren praktisch eine neue Oberfläche bekommen haben. Niemand schreibt, dass die Beschichtung weniger wertig als das Original wäre oder dass sich überhaupt Unterschiede feststellen ließen. Dagegen loben alle die preisgünstigen Angebote, denn selbst bei höherpreisigen Offerten sind 30 Euro inklusive Versandkosten nicht wirklich viel. Abhängig sind die Preise letzten Endes auch von der Größe. Wer ein Backblech neu beschichten lässt oder einen Gänsebräter, muss dafür sicherlich tiefer in die Tasche greifen als jemand, der seine 20 cm Pfanne aufarbeiten lassen will. Hinzu kommt als Kostenfaktor die Art. Während die gängige Teflon-Beschichtung wohl die günstigste sein dürfte, weil die Anzahl der Anbieter hier beständig wächst, sind Sonderbeschichtungen wie DURAQUARZ ein wenig teurer. Dennoch sind die Preise bei Weitem nicht mit dem Kaufpreis einer neuen, sehr hochwertigen Pfanne oder eines anderen Kochgeschirrs vergleichbar!

Unsere Empfehlung: mach dir von dem Zustand zu Hause selbst ein Bild. Die einzige Schwierigkeit besteht in der Auswahl der richtigen Beschichtung, da sie alle ihre Vor- und Nachteile haben. Doch zum einen beraten die Anbieter hier sehr gut, zum anderen kann im Zweifelsfall die herkömmliche Teflon-Beschichtung gewählt werden. Wichtig: Minderwertige Pfannen gehören gänzlich ersetzt!

Und das sagen Experten: Viele Profi-Köche sagen, dass es in der Küche gar keine Antihaft-Pfannen braucht. Eine gute Eisenpfanne sei ausreichend, um damit herrliche Gerichte zu zaubern. Doch diesem Tipp wollen viele Hobbyköche nicht folgen und setzen zumindest bei Fisch und anderen Speisen, die rasch zerfallen, auf Antihaftbeschichtungen. Außerdem: Nicht jeder möchte eine Eisenpfanne später einmal vererben – oder gar vererbt bekommen! Die Investition in eine solche Pfanne, die tatsächlich ein Leben lang nur einer groben Reinigung bedarf, lohnt sich demnach nicht in jedem Fall.

Uneinigkeit bei der Notwendigkeit der Neubeschichtung?

Gesundheitsexperten warnen vor dem Einsatz von mit Teflon beschichteten Pfannen, weil sie bei einer gewissen Temperatur schädliche Dämpfe ausstoßen würden. Diese Dämpfe wiederum stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Kritiker dieser Meinung hingegen äußern oft, dass die angegebenen Temperaturen von mehr als 200 °C gar nicht erreicht würden, wenn Speisen in der Pfanne zubereitet werden. Das ist allerdings differenziert zu sehen. Denn zum einen kann eine Pfanne, wenn sie noch leer erhitzt wird, sehr rasch Temperaturen erreichen, bei denen schädliche Dämpfe ausgestoßen werden. Die ausgetretenen Stoffe werden nach dem Hinzufügen der Zutaten an das Essen abgegeben und gelangen darüber in den menschlichen Körper. Dieser Effekt tritt auch ein, wenn das Gargut nicht den gesamten Pfannenboden bedeckt und somit der Randbereich deutlich heißer wird als die Mitte. Zum anderen wird manches Gargut scharf angebraten, was wiederum die starke vorherige Erhitzung voraussetzt und damit mögliche Freigabe der Dämpfe. Übrigens wurden schon Tests an Tieren durchgeführt und Labormäuse reagierten mit der Bildung von Tumoren, wenn sie Teflon-Dämpfen ausgesetzt waren.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn das alte Modell nur Kratzer aufweist und noch nicht wirklich kaputt ist, sollte es zur Erneuerung eingesandt werden. Denn aus einer defekten Oberfläche können die schädlichen Dämpfe und krebserregenden Stoffe leichter austreten und in den Körper gelangen. Sie erreichen über die Atemwege jede Zelle im Körper und dies ist sicherlich etwas, das jeder vermeiden möchte. Daher: Besser die Pfanne früher erneuern lassen als zu spät und schon bei kleinen Defekten an die Neubeschichtung denken!

Responses (2)

  1. Stefan
    7. September 2020 at 07:12 · Antworten

    Hoffmann & Gastrolux bieten keine Neubeschichtung für Fremdmarken an. Habe sehr gute Erfahrungen mit ITN gemacht.

  2. Stefan
    24. November 2020 at 10:48 · Antworten

    Eine vollständige und leicht verständliche Darstellung des Themas mit vielen hilfreichen Anschriften. Vielen Dank !

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